
REGENBOGEN
Eltern in Trauer um ihr Kind
Selbsthilfevereinigung Schweiz

Vorstandsmitglieder
Funktionen, Kontakte & Porträts
PRÄSIDIUM
Matthias Wälti
Der plötzliche Verlust meiner Tochter Kathrin im Jahr 2012 hat mein Leben und das meiner Frau tiefgreifend verändert. Sie war das mittlere unserer drei Kinder.
In der Zeit des Trauerns fanden wir Trost und Unterstützung in der gemischten Regenbogengruppe Solothurn, einem Ort, der uns half, den langen und schwierigen Prozess der Trauer zu gehen. Der Austausch mit anderen Betroffenen war ein sehr wichtiger Bestandteil auf diesem Weg. Die Regenbogengruppe bietet zudem eine regelmässige Gelegenheit für bewusstes Erinnern und gegenseitiges Verständnis.
Diese Möglichkeiten sollen auch andere frisch betroffene Eltern nutzen können. Aus diesem Grund habe ich 2021 zusammen mit meiner Frau die Leitung unserer Ortsgruppe übernommen. Durch die jährlichen Treffen an Gruppenleitertagen und Jahresversammlungen habe ich Kontakte zum Vorstand von Regenbogen Schweiz gefunden. 2024 wurde ich zum Präsidenten gewählt.
Als Schreiner mit einem eigenen Geschäft in Zuchwil bin ich es gewohnt Verantwortung zu übernehmen. Zudem habe ich durch mein ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Vereinen Erfahrungen in der Vorstandsarbeit sammeln können. Diese Erfahrungen kommen mir nun in meiner Rolle bei Regenbogen Schweiz zugute.
Ich freue mich auf die Herausforderungen und werde durch mein Engagement mithelfen, die gute und wichtige Arbeit, die vor Ort in den verschiedenen Gruppen für trauernde Eltern geleistet wird, weiterhin zu unterstützen und zu fördern. Dazu gehört auch das Pflegen von Kontakten ausserhalb des Vereins.
Nachdem ich im Kanton Neuenburg aufgewachsen bin und dort Chemie studiert habe, lebe ich seit langem mit meiner Frau Danièle im Kanton Freiburg. Meine Muttersprache ist Französisch und ich spreche und verstehe Deutsch, da ich immer in Bern gearbeitet habe.
Im Dezember 1988 starb unsere erste Tochter Nadia im siebten Schwangerschaftsmonat. Einige Monate später entdeckten wir die Regenbogengruppe in Freiburg und besuchten sie regelmäßig. Durch den Austausch mit anderen betroffenen Eltern fanden wir viel Verständnis und Unterstützung. Im Februar 1993 verloren wir auch unsere zweite Tochter Sandra in den ersten Monaten der Schwangerschaft.
Ich besuche immer noch regelmäßig die Gruppe Freiburg, in der ich die Verbindung zu Menschen, die das gleiche Schicksal erlitten haben, sehr schätze und spüre. Dadurch kann ich auch frisch trauernde Eltern unterstützen, indem ich bezeuge, dass man lernen kann, mit dieser Trauer zu leben, und wieder Freude und Hoffnung im Leben finden kann, ohne dabei unsere verstorbenen Kinder zu vergessen.
Ich bin seit 2010 im Vorstand des Vereins Regenbogen Schweiz als Vizepräsident aktiv. Ich kümmere mich auch um die Übersetzungen vom Deutschen ins Französische. Der Austausch im Vorstand und auch mit den Gruppenleitern ist immer sehr wertvoll und bereichernd. Ich hoffe, dass der Verein Regenbogen mit seinen vielen Gruppen noch lange trauernde Eltern begleiten und unterstützen wird.
Pierre-Alain Marioni
VIZEPRÄSIDIUM
Anne Catherine Baudin
ERANTWORTLICHE FÜR SELBSTHILFEGRUPPEN
Ich bin Mutter von zwei Buben (geboren 2007 und 2014). Zusammen mit meinem Ehemann habe ich im Jahr 2012 den Verlust unserer Tochter Héloïse tragen und verarbeiten müssen.
In der 20. Schwangerschaftswoche wurde bei meiner Tochter Trisomie 18 festgestellt, worauf mein Ehemann und ich entschieden haben, die Schwangerschaft abzubrechen. Wir waren bei diesem Prozess von unserem Arzt begleitet worden. Jedoch fehlte mir eine umfassende Betreuung, die professionell auf meine Situation eingehen konnte.
Aus meiner eigenen Erfahrung weiss ich daher gut, was für ein glückliches Weiterleben ohne das verstorbene Kind wichtig sein kann. Ich habe auch festgestellt, dass es gerade bei diesem frühen Kindsverlust wenig Akzeptanz und Hilfe vom nächsten Umfeld gibt.
Deshalb habe ich mich 2021 entschieden, mit der Unterstützung des Vereins Regenbogen Schweiz eine Selbsthilfegruppe für Eltern verstorbener Kinder zu gründen, um so für Eltern, die ihr Kind verlieren, einen Ort des Austausches und Besinnung zu schaffen. Seit März 2022 habe ich das Ressort Medien und Öffentlichkeitsarbeit übernommen und freue mich, den Verein für andere betroffene Eltern sichtbar zu machen.
Rita Bachmann
FINANZEN
Ich bin 1965 in Zürich geboren und wanderte als junge Frau nach Afrika aus. Ich bin Mutter und Geschäftsfrau mit Erfahrung in der Leitung von Ökotourismus Unternehmen und im Führen von Non-Profit-Organisationen für benachteiligte Menschen.
Meine zwei Töchter Alexandra und Michaela sind in Südafrika geboren und aufgewachsen. Als Alexandra sich entschied in der Schweiz zu studieren, planten wir den Umzug in die Schweiz. Ein Jahr später folgte Michaela ihrer Schwester. Und plötzlich war Michaela weg – ein Anruf, eine Realität, dass sich meine Tochter das Leben genommen hat, nur drei Tage nach ihrem 20. Geburtstag. Heute erinnere ich mich kaum noch an die Monate danach. Die Zeit wurde zu einer lange Reise in einem schwarzen Tunnel, verbunden mit unvorstellbarem Schmerz und totaler Hoffnungslosigkeit.
Heute ist die Regenbogen Familie heute mein Anker. Ich finde in der Gruppe Menschen, die mich verstehen, die mir in schwierigen Momenten helfen und mich unterstützen. Die Gruppe gibt mir die Kraft im Tunnel weiterzulaufen, dem Licht entgegen, und dass jeder mit seiner Trauer individuell umgehen darf. Am wichtigsten ist mir heute, dass Alexandra ein «normales» Leben führen kann und Erfüllung findet.
Im März 2018 bin ich in den Vorstand gewählt worden und kümmere mich nun um die Finanzen. Ich glaube an die Kraft als Gemeinschaft Frieden und Freude am Leben wiederzufinden. Meine Aufgabe im Vorstand dient als Dank für die Liebe, die mir entgegengebracht wurde. Ich freue mich gemeinsam mit euch neue Hoffnung zu schaffen.
Jasmine Winkler
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
MEDIEN
Ich bin 1997 im Zürcher Oberland geboren und lebe heute in der Stadt Zürich, wo ich in der Aviatik tätig bin. Parallel dazu studiere ich berufsbegleitend Psychology and Neuroscience of Mental Health an einer Universität in London.
Seit dem Verlust meines Vaters im Jahr 2008 begleitet mich das Thema Trauer durchs Leben. Ich dachte lange, ich sei auf alles vorbereitet – doch der Tod meines Bruders im Jahr 2021 hat mir gezeigt, wie individuell, vielschichtig und unvorhersehbar Trauer wirklich ist. Manche Tage fühlen sich an, als läge eine unsichtbare Wand zwischen mir und dem Rest der Welt.
Ein Jahr nach dem Tod meines Bruders fand ich 2022 den Weg zu «Life With». Hier habe ich erlebt, wie wohltuend es sein kann, auf Menschen zu treffen, die Ähnliches durchgemacht haben. In unseren Gesprächen finde ich nicht nur Trost und Verständnis, sondern auch neue Perspektiven und kleine Antworten auf große Fragen.
Ich bin überzeugt, dass Selbsthilfeangebote wie dieses von unschätzbarem Wert sind – oft sind sie eine der wenigen Anlaufstellen, an denen offen über das Erlebte gesprochen werden kann. Es braucht mehr solcher Räume, in denen Trauer Platz haben darf – ehrlich, ungeschönt und gemeinsam getragen.
Seit 2025 vertrete ich die Geschwistergruppe «Life With» im Vorstand des Vereins und bin verantwortlich für die externe Kommunikation.
